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letzte Aktualisierung:
10.10.2017

Presse

Osterholzer-Kreisblatt 16.08.17

Ansichten aus dem Partnerlandkreis

Lone Grotheer 15.08.2017

Bilder von Land und Leuten hat die Fotogruppe Moorpixel im polnischen Partnerlandkreis Kwidzyn gemacht. Zur Eröffnung der Ausstellung im Kreishaus war eine Delegation um Landrat Jerzy Godzik gekommen.


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 Ausstellungseröffnung im Kreishaus: Das Foto zeigt die
 polnische Delegation aus Kwidzyn mit der Fotogruppe
 "Moorpixel".
 
(Lone Grotheer)

 

 
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Landrat Bernd Lütjen begrüßt die Besucher der Ausstellungseröffnung im Foyer des Kreishauses.
(Lone Grotheer)
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Die Landräte hören gespannt den Bericht von "Moorpixel" Bernhard Rieder.
(Lone Grotheer)

Osterholz-Scharmbeck. Bereits seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem polnischen Landkreis Kwidzyn und dem Landkreis Osterholz. Er sei froh, dass diese Partnerschaft so gelebt werde, betonte Landrat Bernd Lütjen bei der Eröffnung der Foto-Ausstellung „Eine Reise nach Kwidzyn“ im Kreishaus in Osterholz-Scharmbeck. Die Aufnahmen stammen von der Fotogruppe Moorpixel, die im vergangenen Jahr in Kwidzyn gewesen ist.
Für Lütjen ist der gegenseitige Austausch, wie er sagte, einer der wichtigsten Punkte der Partnerschaft. Man könne vieles voneinander lernen. Dem konnte auch sein polnischer Amtskollege Jerzy Godzik zustimmen. Heutzutage würden Fotos oft im Speicher des Smartphones verschwinden, meinte Godzik. Durch eine Ausstellung hingegen blieben sie im Kopf. Er freute sich darüber, dass das heutige Kwidzyn in Bildern  festgehalten wurde, denn momentan verändere sich vieles. Vieles sei natürlich positiv, doch nicht alles.
Er sei unglücklich über die derzeitigen politischen Entwicklungen in Polen, insbesondere mit der Justizreform, bekannte Godzik auf Nachfrage des OSTERHOLZER KREISBLATT. Die vom Präsidenten unterzeichnete Reform enthalte verfassungswidrige Bestimmungen und stehe im Gegensatz zum EU-Recht. Es sei nicht richtig, wenn ein Minister Gerichtsvorsitzende ernennen dürfe und bereits in den kommenden sechs Monaten, noch bevor das Gesetz offiziell in Kraft tritt, Vorsitzende entlassen und neue berufen dürfe. So gewinne der Justizminister als Teil der Exekutive Einfluss auf die Judikative. „Es besteht kein Zweifel, dass das verfassungswidrig ist“, meinte Godzik.
Ein weiterer Punkt, den auch die EU-Kommission beanstandet, sei das unterschiedliche Ruhestandsalter für Männer und Frauen. Daneben sehe er weitere widersprüchliche Details. Doch da er kein Jurist sei, wolle er es sich nicht anmaßen, über weitere Einzelheiten der Reform zu sprechen.

Auch Bernhard Rieder von den Moorpixeln sorgt sich um die derzeitige Situation im Nachbarland, besonders am Herzen liegt ihm der polnische Urwald. Dieser ist einer der letzten Europas und durch die Unesco geschützt. Trotz Protesten werde er abgeholzt, bestätigte Godzik. Dabei habe es zuvor sogar einen Kampf um eine Erweiterung gegeben, berichteten der Landrat aus Kwidzyn und die mitgereiste Dolmetscherin.
Die Abholzung werde damit begründet, dass die Bäume kippen und Besucher erschlagen könnten. Die Förster würden das zwar sagen, aber wahrscheinlich selbst nicht daran glauben, mutmaßte Godzik. Ohnehin hätten viele Menschen mittlerweile Angst die Wahrheit zu sagen. Selbst bei einigen jungen Leuten sei das so, bedauerte er.
Landrat Lütjen sagte, er halte Jugendbegegnungen für besonders wichtig für ein gemeinsames Europa. Sie seien auch ein wichtiger Bestandteil der deutsch-polnischen Partnerschaft. Neben schulischen Projekten ragen dabei die Begegnungen der Bildungsstätte Bredbeck heraus. Diese haben bereits mehr als 30 Mal stattgefunden. Dort gehe es immer auch darum, Grenzen und Vorurteile abzubauen sowie Gedanken auszutauschen. Einige Fotos dieser Projekte finden sich in der Cafeteria des Kreishauses, aufgenommen von unserem Mitarbeiter Peter von Döllen. Noch bis zum heutigen Mittwoch ist eine Delegation um den Landrat aus Kwidzyn zu Gast in Osterholz-Scharmbeck. Diese gegenseitigen Besuche seien auch Bestandteil der Partnerschaft. Das Thema der Gespräche sei diese Mal Gesundheitsversorgung, erklärte Lütjen. Jede dieser Reisen habe ein übergeordnetes Thema.
Auch der Austausch auf ehrenamtlicher Ebene gehört inzwischen zur Partnerschaft. Dazu zählt auch der Besuch der Fotogruppe „Moorpixel“. Nach ihrer Rückkehr hatten die Mitglieder einen Foto-Abend veranstaltet, der viel Interesse hervorrief. So kam die Idee, die Fotos im Kreishaus-Foyer auszustellen. Täglich kämen viele Menschen in das Kreishaus und vielleicht, so Lütjen, würden die Fotos von Land und Leuten ja den einen oder anderen zu einer Reise in den Partnerlandkreis anregen.

 

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